8 Medaillen für hessische Teams – Fluch der 4. Plätze gebannt

Bericht des Delegationsleiters

FAKTEN

Beim Frühjahrsfinale von JTFO wurden in 21 Wettkampfklassen die Bundessieger in den Sportarten Badminton, Basketball, Geräteturnen, Handball, Tischtennis und Volleyball ermittelt. Die besten 334 Schulmannschaften aus allen 16 Bundesländern haben sich hierfür über Vorentscheidungen in den Ländern qualifiziert.

Förderschulen mit den Förderschwerpunkten körperliche und motorische Entwicklung sowie Schulen für blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler konnten sich für das Bundesfinale von JTFP qualifizieren. Insgesamt traten beim Frühjahrsfinale in Berlin 22 Schulmannschaften in den Sportarten Goalball, Tischtennis und Rollstuhlbasketball an.

Für Hessen waren diesmal 24 Schulteams aus 13 Schulen in den verschiedenen Wettkampfklassen am Start, die sich über Kreis-, Regional- und Landesentscheide als Landessieger qualifiziert hatten.

EMPFANG IN DER HESSISCHEN LANDESVERTRETUNG

Beim offiziellen Auftakt – dem Empfang des Hessischen Kultusministeriums in der hessischen Landesvertretung in Berlin – konnten die ca. 200 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Betreuern Erwartungen und Wünsche für die anstehenden Turniere äußern und sich in einer kleinen Vorstellungs- und Interviewrunde gegenseitig kennenlernen. Das anschließenden Einschwören auf die anstehenden Turniertage stand diesmal unter dem Motto: Den Fluch der 4.Plätze des Vorjahrsfinals abwenden!

Die Landesvertretung hatte unter der bewährten Regie von Frau Nora Weise ein leckeres Abendessen vorbereitet, so dass die jungen Sportlerinnen und Sportler nach anstrengender Anreise und Akkreditierung eine wohlverdiente Stärkung erhielten.

START IN DIE TURNIERE

In den JTFO-Sportarten verlief der erste Turniertag sehr erfolgreich. Bis auf das Mädchenvolleyballteam (WK III) der Lahntalschule Biedenkopf schafften, das sich zum ersten Mal für das Bundesfinale qualifiziert hatte, schafften es alle anderen hessischen Teams – teilweise nach dramatischen und hoch spannend verlaufenden Spielen – sich für die Spiele um die Plätze 1 – 8 zu qualifizieren.

JUGEND TRAINIERT FÜR PARALYMPICS

Die drei hessischen JTFP-Teams starteten mit Ausnahme von Tischtennis (Alexander-Schmorell-Schule Kassel) mit Niederlagen, so dass es keine Chance mehr gab, vordere Platzierungen zu erreichen. Am Ende standen ein 6. Platz im Rollstuhlbasketball (Alexander-Schmorell-Schule Kassel) sowie ein 5. Platz im Goalball (Johann-Peter-Schäfer-Schule Friedberg auf dem Tableau.

Das Tischtennisteam der Alexander-Schmorell-Schule Kassel schaffte erfreulicherweise den Einzug in das Spiel um Platz 3 und 4. In einem spannenden Spiel, das parallel zu den JTFO-Spielen um die Medaillenränge in der Max Schmeling Halle stattfand, konnte nach spannenden Spielen leider nur Platz 4 erreicht werden.

MEDAILLEN

Im Frühjahrsfinale stellten diesmal die Main-Taunus-Schule Hofheim und die hessische Eliteschule des Sports – die Carl-von-Weinberg-Schule Frankfurt/Main – jeweils 5 Mannschaften in je 3 Sportarten. Aber auch andere Schulen trugen zu einer großartigen Bilanz von insgesamt 8 Medaillen für Hessen bei!

BRONZE

Nach umkämpftem Überkreuzspiel mussten sich die Frankfurter Tischtennisspieler der WK III (Jahrgänge 2002 – 2005) wiederum dem starken Niedersachsenteam aus Hannover beugen, die einzige Niederlage im gesamten Turnierverlauf. Das Spiel um Platz 3 war dann lediglich eine Pflichtübung!

SILBER

Viermal Silber, also erst gar nicht Gefahr laufen, womöglich Vierter zu werden!

Hochmotiviert gingen die älteren Tischtennisspieler aus Frankfurt (WK II, Jahrgänge 2000 – 2003) als Titelverteidiger des Vorjahrs in Berlin an den Start. In einem erneut hochklassigen Endspiel gewann diesmal der amtierenden Schulweltmeister aus Düsseldorf am Ende mit 5 : 2 Spielen verdient.

Steigern konnten sich die Tischtennisspielerinnen der WK III der Alexander-von-Humboldt-Schule Lauterbach. Nach dem undankbaren 4. Platz des Vorjahrs erreichten sie souverän das Endspiel, verloren aber leider in einem umkämpften Match den Bayern aus Schwandorf.

Im Basketballendspiel der Jungen WK III sahen die Jungen der Carl-von-Weinberg-Schule Frankfurt bis zur Halbzeit als möglicher Sieger aus. In der 2. Halbzeit kippte das Spiel und das Schul- und Leistungsportzentrum Berlin ging mit 42 : 33 als verdienter Sieger vom Feld.

Und auch die Grünberger Basketballmädchen der Theo-Koch-Schule mussten sich nach großartigem Kampf dem leicht favorisierten Schloss Hagerhof aus Bad Honnef (NRW) knapp geschlagen geben. Die Freude über die Silbermedaille war dennoch riesen groß!

GOLD

Bleibt noch dreimal Gold für Hessen:

Die Gerätturnerinnen des Goethe-Gymnasiums Kassel meisterten in der WK IV (Jahrgänge 2004 – 2007) den Turnwettkampf mit einer sehr ausgeglichenen Teamleistung. Erstmals unter der Regie der neuen Lehrer-Trainerin Maren Lieblein konnte das Team damit den Vorjahrserfolg wiederholen und die erste Goldmedaille für Hessen sichern.

Sensationell waren die Leistungen der jungen Basketballerinnen der Main-Taunus-Schule Hofheim. Nach überraschendem Silber im Vorjahr dominierte das Team von Lehrer-Trainerin Natalie Deetjen diesmal das gesamte Turnier und setzte sich im Endspiel verdient gegen das Sportgymnasium Chemnitz durch. Im gesamten Turnier wurde kein einziges Spiel verloren. Voller Stolz und Freude über die gewonnene Goldmedaille feierten die zahlreich angereisten Eltern das tolle Abschneiden!

Die größte Überraschung für mich war diesmal aber der Bundessieg der Tischtennismädchen WK II der Diltheyschule Wiesbaden! Seit einigen Jahren Vakanz erstmals wieder beim Bundesfinale dabei gewannen die Schülerinnen alle ihre Spiele. Neben der Goldmedaille erkämpften sie sich damit auch das Ticket für die ISF-Schulweltmeisterschaft im April 2018 in Malta. Herzlichen Glückwunsch!!

ABSCHLUSSVERANSTALTUNG

Die Deutsche Schulsportstiftung hatte auch diesmal wieder eine tolle Abschlussveranstaltung in der Max-Schmeling-Halle organisiert! Ca. 3500 Schülerinnen und Schüler aller 16 Bundesländer genossen die beeindruckenden Showdarbietungen des Rahmenprogramms und präsentierten ihre Medaillengewinner auf der Bühne. Als Höhepunkt war es den Organisatoren diesmal gelungen, für die abschließende Disco ein kurzes Konzert des neuen Stars Wincent Weiss, der mit seinem Hit „Regenbogen“ sehr erfolgreich war, zu präsentieren. Kreischende Schülerinnen und begeisterter Applaus!

Beim Betreuerempfang im Rahmen der Abschlussveranstaltung hatte ich als Delegationsleiter der hessischen Teams noch einmal Gelegenheit, mich bei allen Betreuerinnen und Betreuern der hessischen Teams für ihren engagierten Einsatz zu bedanken. Die beeindruckende Gesamtbilanz – bis auf einen 12. Platz nur einstellige Platzierungen – stellte alle sehr zufrieden. Das Einschwören war offensichtlich erfolgreich und der Fluch der 4. Plätze gebannt.

AUSBLICK

Die diesmal eingebundenen 13 Lehrer-Trainer(innen) aus 4 Partnerschulen des Leistungssports sind verlässliche Grundpfeiler dieser sportlichen Erfolge hessischer Schulmannschaften. Sie ermöglichen den Schülerinnen und Schülern außergewöhnliche Erlebnisse und bieten ihnen die Möglichkeit, den Schulen, denen große Unterstützungsleistungen zur Absicherung der dualen Karriere abverlangt werden, etwas zurück zu geben.

Die rot-weißen Kapuzenjacken unserer hessischen Sportlerinnen und Sportler sind in Berlin mittlerweile ein Markenzeichen geworden, denn „wo Hessen drauf steht, ist auch Hessen drin“. Weiter so!!

Helmut Simshäuser
(Delegationsleiter)